Hier sitze ich nun, möchte meinen DIARY Eintrag für diese Woche schreiben und weiss so gar nicht, wo ich beginnen soll. Vielleicht sollte ich warten, bis mich die Muse küsst, doch als Mami geht das nicht wirklich. Gerade JETZT habe ich Zeit, denn gerade JETZT ist meine Tochter bei der Nachbarin. Ich sitze ja auch nicht ideenlos da. Es ist vielmehr so, dass mir jede Idee entwischt, beim Versuch, sie zu packen. Es fühlt sich an wie Ping Pong in meinem Kopf: Kaum macht es Ping, ist die Idee auch schon – Pong- wieder weg.

Aber nicht nur meine Gedanken machen Ping und Pong, ich selbst mache es ebenfalls ständig. Fange hier an die Zwiebel zu hacken – Ping – mache da einen Sirup – Pong. Gebe Zwiebeln in die Pfanne – Ping- fülle meinen Wasserbecher mit Wasser- Pong. Hole das Hackfleisch aus dem Kühlschrank – Ping- beantworte kurz ein WhatsApp – Pong. Gebe das Hackfleisch in die Pfanne – Ping- nehme den Salat aus dem Kühlschrank – Pong. Dazu plaudere ich mit der Kleinen, putze schnell die Backofenfront und ach, schaue noch kurz, wie das Wetter am Nachmittag wird. Multitasking eben. Sollen wir Frauen ja so toll beherrschen. Wäre auch ungemein praktisch. Aber Hand aufs Herz, so wirklich funktionieren tut es nicht, oder? Ich jedenfalls beherrsche es nicht wirklich, es ist eher so, dass es mich beherrscht!

Multitasking machen wir in der Hoffnung, Zeit zu gewinnen, mehr herauszuholen, effizienter zu sein, alles unter einen Hut zu bringen. Aber oft geht die Rechnung nicht auf! Ich habe sieben Sachen begonnen, die Zeit rennt davon und dann beginne ich, alles in Eile zu erledigen, halbherzig und mit weniger Aufmerksamkeit. Wer will schon sieben Sachen unerledigt haben? Zudem fällt mir auf, dass ich öfters mal mittendrin stoppen muss und nicht mehr weiss, was ich als nächstes tut wollte.

Das Gegenteil von Multitasking wäre, eines nach dem anderen zu erledigen. Klar, man schafft dann vielleicht nur fünf oder sechs der geplanten sieben Aufgaben, doch diese dafür dann richtig. Fertig. Hacken gesetzt. Neue Aufgabe angehen. Lieber fünf fertige Aufgaben als sieben halbwegs fertige. Klingt gut, nicht? Bei klar gesetzten Aufgaben im Haushalt oder im Büro ist es sicher einfacher. Schwieriger finde ich es innerhalb einer Aufgabe. Lasse ich mich da ständig von meinem Smartphone oder einem spontanen Einfall unterbrechen? Oder versuche ich mich erst ganz auf die Zwiebeln und das Hackfleisch zu konzentrieren und erst danach die Getränke und den Salat zu machen?

Eines nach dem andern zu tun, da wo es geht, das nehme ich mir für nächste Woche vor. Wer weiss, vielleicht brennen dann meine Zwiebeln nicht mehr an. Und hoffentlich kommt dann auch das Ping Pong in meinem Kopf etwas zur Ruhe.

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