Wer denkt, heute gibts von meiner Seite her wieder ein Rezept, den muss ich enttäuschen. Eigentlich war es so geplant, deshalb habe ich auch die Fotos gemacht. Aber manchmal kommt es anders als man denkt. Diesmal war das so:

Für mein Pause-Jahr habe ich mir unter anderem vorgenommen, eine Rezeptbox zu machen. In diese kommen nur Rezepte, die wir  getestet und für gut befunden haben. Dazu habe ich mal all die gesammelten Rezepte aus Betty Bossi, aus meiner Schulzeit, aus Frauenheftchen u.s.w. durchgesehen und die herausgepflückt, welche ich mal ausprobieren und gegebenenfalls in die Box integrieren wollte. Dabei war auch das Praliné- Rezept von Betty Bossi, welches mir eine Kochlehrerin mal gegeben hat. Ganz ein simples Rezept. Dachte ich jedenfalls. Toll, um mit den Kindern Geschenke zu machen. Dachte ich ebenfalls.

So haben wir uns an die Arbeit gemacht, oder besser gesagt, erstmal nur ich. Beim ersten Teil wollte mir Ramiro dann nicht helfen. Also liess ich die Kinder spielen, muss man ja auch ausnützen, wenn sie so friedlich sind. Viel zu helfen hätte es eh nicht gegeben.

Ich liess die Masse über Nacht im Kühlschrank, da wir am selben Abend keine Zeit mehr zum Verarbeiten hatten. Die Masse wurde schön fest, vielleicht fast zu fest. Motiviert habe ich die Sachen für den zweiten Teil bereit gestellt. Es hiess, man müsse die Pralinés noch in Puderzucker, Kakaopulver oder Schokostreusel wenden. Ich habe mich dann für bunte Zuckerstreusel entschieden. Sieht dann so richtig nach Kinderpralinés aus und ich konnte Ramiro damit für die Mitarbeit begeistern.

Das Formen der Pralinés habe ich übernommen, war echt nicht einfach, die rund hinzubekommen. Ramiro durfte sie dann in den Streuseln wenden. Nur wollten die Pralinés nicht richtig hinhalten und es hat gedauert, bis sie wirklich rundherum voll Zuckerstreusel waren. Nach vier oder fünf Pralinés hatte Ramiro genug und gefragt, ob er nun den Löffel abschlecken darf. Durfte er. Den Rest der Arbeit habe ich dann gemacht. Mein Mann hat während dessen begonnen, die Kindern ins Bett zu bringen. Ich war immer noch voll Schokolade und schwer beschäftigt. Zum Gutenachtkuss war ich dann fertig.

Die Pralinés sind recht hübsch geworden, richtige Kinderpralinés, nur nicht wirklich von Kindern gemacht. Ramiro mochte sie, sie waren unglaublich süss! Für die meisten Grossen wohl zu süss.

Das Projekt ‚Pralinés machen‘ ist für mich sozusagen gescheitert. Aber ein Misserfolg war es dennoch nicht. Ich habe einiges gelernt dabei. Wir Mamis haben manchmal ganz schön ehrgeizige Ziele, was wir mir den Kindern erreichen wollen. Dieses Ziel haben wir klar vor Augen. Kommt es anders, ist es missglückt. Oder wir helfen noch etwas nach. Dabei ist ja eigentlich nichts schief gelaufen, ausser dass ich die Pralinés schlussendlich alleine machen musste, dass ich selber die Suppe auslöffeln musste. Oder besser gesagt, die Schoggimasse. Ramiro ging zufrieden ins Bett und beim Verschenken der Pralinés hat er auch stolz verkündet, dass er die selbst gemacht hat. Doch noch ein kleiner Erfolg zum Schluss.

Das Rezept hat übrigens keinen Platz in meiner Rezeptbox gefunden, wir haben nicht vor, dass in absehbarer Zeit zu wiederholen. Mir war es zu viel Aufwand und das Resultat zu süss. Falls ich doch mal wieder Pralinés machen will, vielleicht wenn die Kinder grösser sind, gibts ja viele tolle Rezepte im Internet.

 

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