Letzten Samstag waren wir im Tierpark Arth Goldau! Mein Bruder und seine Freundin haben uns eine private Führung durch den Park organisiert. Bei strahlendem Wetter ging es auf ins Abenteuer, im Rucksack Wurst und Co. für das Mittagessen. Unsere Rangerin Katja hatte eine Tasche dabei, darin befanden sich viele geheimnisvolle Gegenstände, die sie uns bei den verschiedenen Stationen präsentiert hat. Gerne nehme ich dich mit auf eine Runde durch den Park, bist du dabei?

Kormorane und andere Wasservögel

Als Erstes konnten wir beobachten, wie Kormorane gefüttert wurden. Diese verschlingen Fische von ca. 25cm Länge mit einem Schluck. Kaum waren die Fische im Wasser, waren sie auch schon verschluckt. Neben Kormoranen gab es auch einen Fischreiher und Singschwäne zu beobachten.

Wisent

„Mami schau, ein Büffel!“ Tatsächlich sehen diese Riesen aus wie Büffel, es sind aber Wisent. Der Wisent, oder auch der europäische Bison, hat mächtige Hörner. Katja hatte eines dabei, welches wir anschauen und anfassen durften. Es ist innen hohl, nicht wie das Geweih eines Hirsches, das durch einen mitwachsenden Knochen ausgefüllt wird.

Waschbären

Von den Waschbären haben wir wenig gesehen, sie dösten friedlich auf ihrer Plattform in den Bäumen. Dafür durften wir ein Waschbärenfell befühlen, welches Katja aus ihrer Tasche zauberte. Wir haben auch erfahren, weshalb die Waschbären diesen Namen haben. Die Kerlchen haben in den Zoos ihr Essen immer mit den Händen ins Wasser gehalten und hin und her geschwänkt. Man nahm an, dass die Waschbären ihr Essen waschen. Später hat man in der Natur beobachtet, dass die Tiere auf diese Weise ihr Essen fangen, also vorbeischwimmende Holzstücke oder Fische mit ihren Pfoten aus dem Wasser fischen. Also nichts mit Waschen, der Name ist trotzdem geblieben.

Hirsche

Ein Highlight waren die Hirsche, welche im Park frei herumlaufen und gefüttert werden können. Es handelt sich um Sikahirsche. Sie sind sehr zutraulich, haben den Kindern aus der Hand gefressen und konnten gestreichelt werden. Die meisten waren Weibchen oder Jungtiere. Wir waren ganz schön erstaunt, zu erfahren, dass Hirsche ihr Geweih jedes Jahr abstreifen und dann im Frühling innert 3-4 Monate ein neues, leicht grösseres nachwächst.

Bartgeier

Leider haben wir die Bartgeier nicht gesehen, das Pärchen war im Nest und hat sich um den Nachwuchs gekümmert. Allerdings kam bei diesen Tieren ein besonderer Gegenstand aus Katjas Tasche: Ein Knochen (aus Plastik) in zwei Teilen, mit einem Magnet verbunden, den man zu Boden schleudern kann, sodass er in diese zwei Teile zerspringt. Dies um zu zeigen, wie der Bartgeier, der sich vor allem von Knochen ernährt, zu grosse Knochen zerkleinert. Ramiro, unser 5-Jähriger, war davon absolut begeistert, bis zum Abschied hat er diesen Knochen noch unzählige Male gehalten und auch fallen lassen. Noch ein paar andere, sehr spannende Facts über Bartgeier haben wir gehört. Aber mehr verrate ich hier nicht.

Bräteln

Nach dem Besuch bei all diesen und noch einigen weiteren Tieren, u.a. bei den Eulen, den Wildschweinen und bei den Waldrappen, hatten wir einen Bärenhunger. Ab ging es zu einer von mehreren Brätlistellen. Wegen dem schönen Wetter waren wir nicht die einzigen mit dieser Idee, doch wir fanden ein schönes Plätzli und das Feuer brannte bereits. Den Kindern gefiel besonders der Kletterfels an dieser Stelle, auch die Grossen fanden den Weg hinauf und so entstand dann ganz spontan ein Gruppenfoto.

Wildkatzen

Gestärkt ging es weiter zu den Wildkatzen. Das Männchen fauchte sehr energisch meinen Mann an, er wollte sein Revier verteidigen. Das Weibchen döste während dessen in der Sonne und liess sich nicht von uns beeindrucken.

Danach kamen wir an einem wunderschönen Spielplatz vorbei, allerdings blieben wir nicht lange, wir hatten noch einiges zu sehen, vor unserem letzten Highlight.

Zwergziegen

Zwergziegen sind ja an sich schon süss, aber Junge davon sind einfach allerliebst. Gleich drei konnten wir beobachten, wie sie auf ihren dünnen Beinchen schon emsig durchs Gras liefen und über Steine kletterten.

Wölfe und Bären

Wölfe und Bären werden im Tierpark Arth Goldau teilweise zusammengehalten. Das Gehege ist sehr gross, so können sie einander gut ausweichen. Zudem kann es in drei Teile geteilt werden, so, dass Bären, die gerne alleine sind (sie sind in der Natur auch Einzelgänger) auch alleine sein können. Dank unserer privaten Führung konnten wir sogar ein Bärenfell und ein Wolfsfell anschauen und berühren. Schon eindrücklich, mal die Krallen von einem Bären anzufassen oder zu spüren, dass ein Wolfspelz viel weicher ist als ein Bärenfell.

Bevor es noch zur Fütterung dieser Tiere ging, stärkten wir uns selber mit Glace und Kaffee. Dann waren wir bereit für das abschliessende Highlight,  diesen Wildtieren beim Fressen von feinen Häppchen zuzusehen. Die Bären bekamen ein ‚Glace‘ aus gefrorenen Äpfeln, Fisch und Honig, sie sind typische Allesfresser. Für die Wölfe gab es natürlich Fleisch.

Schildkröten

Dann hiess es, sich langsam wieder auf den Heimweg machen. Auf dem Weg zum Ausgang habe ich noch eine spannende Entdeckung gemacht: Es gibt in der Schweiz tatsächlich heimische Schildkröten, die sogenannte Sumpfschildkröte. Habt ihr das gewusst? Natürlich begegnen wir ihr kaum noch, da ihr natürlicher Lebensraum, eben die Sümpfe, mehrheitlich trockengelegt wurden. Zudem kam sie früher öfters auch auf den Teller.

Auf jeden Fall auf Wiedersehen

Nachdem wir uns von Katja, unserer tollen Rangerin, verabschiedet hatten, natürlich nicht, ohne dass Ramiro noch ein paar Mal den Knochen zu Boden warf, machten wir uns zufrieden auf den Heimweg. Kaum waren wir aus dem Park draussen, fragte Ramiro: „Gehen wir hier wieder einmal hin?“ Meine Antwort? „Auf jeden Fall!“ Ob uns dann wieder Katja und ihre geheimnisvolle Tasche begleiten? Vermutlich nicht, aber vielleicht treffen wir sie ja irgendwo auf ihrem Rundgang beim Füttern der Tiere oder sie zeigt anderen Kindern etwas Spannendes aus ihrer Tasche.

 

 

 

 

 

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