In meinem letzten Beitrag habe ich euch erzählt, wie ich mich an mein neues Hobby herangetastet habe. Leider habe ich sehr lange damit gewartet. Die Bücher waren zwar gekauft, die Stifte lagen bereit, doch wie so oft, fehlte es mir an Zeit. Ich möchte euch Mut machen, etwas Neues zu wagen, etwas in Angriff zu nehmen, das ihr schon lange gerne tun würdet. Ich gebe hier ein paar Tipps, wie das gehen könnte und erzähle euch, wie ich es mache. Es muss nicht dein Weg sein, etwas Neues anzugehen, doch ich hoffe, dich etwas inspirieren zu können.

Keine Zeit

Oft höre ich in meinem Umfeld diesen Satz: Ich habe dazu einfach keine Zeit! Oder Sätze wie: Wenn ich Zeit habe, will ich dies oder das tun. Wenn ich Zeit habe, beginne ich mit Sport. Wenn ich nur mehr Zeit hätte, würde ich eine neue Sprache lernen. Wenn die Kinder grösser sind, und ich wieder mehr Zeit habe, möchte ich mehr Schreiben. Und Hand aufs Herz, auch ich sage das ständig. Leider ist es so, dass später selten mehr Zeit dafür ist, irgendwas hält uns immer auf Trab.

Fakt ist: Wir haben alle gleich viel Zeit! Jeder Tag hat 24 Stunden. Wir müssen schlafen, arbeiten, essen, gewisse Dinge erledigen. Da kommen wir nicht drum herum! Wie soll man da noch mehr reinquetschen, ohne die anderen Sachen zu vernachlässigen oder sich gestresst zu fühlen?

10 Minuten am Tag

Klar, es gibt viele Hobbies oder auch Ziele, welche man erreichen will, die zeitaufwändig sind. Vor allem, wenn man das Ganze betrachtet. Wie wäre es aber, wenn man das grosse Ziel auf kleine Unteraufgaben herunterbricht? Wäre es möglich, 10 Minuten täglich zu investieren?

Hier ein paar Beispiele: Keine Zeit ins Fitnesscenter oder lange Joggen zu gehen? Warum nicht einfach 10 Minuten Sport in den Tag einplanen? Eine Sprache lernen, einfach 10 Minuten lang vor dem Einschlafen? Oder täglich ein paar Zeilen Tagebuch schreiben, statt alle paar Monate einen längeren Eintrag? Einfach in 10 Minuten das Wichtigste berichten? Oder auch ein gutes (Sach-) Buch nur für 10 Minuten pro Tag in die Hand nehmen?  Oder sich 10 Minuten an den Computer setzen und an dem längst geplanten Fotoalbum arbeiten?

Als ich mit dem Handlettering gestartet habe, merkte ich schnell, dass ich nur vorwärts komme, wenn ich dranbleibe. So habe ich mir vorgenommen, täglich 10 Minuten zu lettern. Wenn es geht, mache ich das morgens bevor die Kinder auf sind, manchmal auch abends oder über Mittag. Manchmal vergeht die Zeit wie im Flug und aus 10 Minuten wird eine Stunde. Aber wenn ich mir nicht die 10 Minuten vornehme, lasse ich es vielleicht ganz.

10 Minuten kann fast jeder irgendwo in seinen Tag einplanen und doch kann man in 10 Minuten ganz schön viel erreichen. Vor allem, wenn man die nötigen Hilfsmittel schon bereit liegen hat, da wo man die Sache auch ausführen möchte.

Hilfsmittel

Erst einmal macht es Sinn, sich zu überlegen, was man für ein neues Hobby braucht. Für Sport gibt es tolle Apps, die einem für ein paar Minuten Übungen zeigen. Auch für das Erlernen einer neuen Sprache gibt es Apps. Mein Bruder hat sich so gerade selber Spanisch beigebracht, einfach indem er täglich ein paar Minuten geübt hat. Für das Tagebuch schreiben gibt es sogenannte ‚Some Lines a Day’ Bücher, in denen man für jeden Tag nur ein paar Zeilen hat, die man beschreiben kann. Finde die Hilfsmittel für dein Hobby oder dein Projekt. Vielleicht sind die ersten 10 Minuten nur dazu da, mal durch verschiedene Apps zu scrollen und zu vergleichen.

Grössere Projekte

Auch grössere Projekte können oft in kleine Unteraufgaben aufgeteilt werden. In 10 Minuten planen wie diese Teilaufgaben aussehen könnten. In den nächsten 10 Minuten herausfinden, was man für diese Teilaufgaben braucht. Am nächsten Tag die Sachen bereit legen. Dann 10 Minuten daran arbeiten… Hat man dann mal etwas mehr Zeit, kann man die grossen Sachen machen und da auch gleich loslegen, weil die kleinen Vorbereitungsschritte schon gemacht sind. Das ist dann auch sehr motivierend.

Aber wie finde ich Zeit?

Klar, auch die 10 Minuten muss man sich unter Umständen frei schaufeln. Aber vielleicht gibt es etwas, dass eh nur Zeit frisst, was du getrost sein lassen kannst? Z.B. 10 Minuten weniger auf Facebook verbringen? Oder die Wohnung einfach später putzen? Dreckig wird es ja sowieso gleich wieder. 😉 Ich habe meine 10 Minuten Handlettering auch schon gemacht, als ich am Telefon in der Warteschleife war.

Was mir persönlich hilft, ist, dass ich meine 10 Minuten Handlettering auf meine To-Do Liste für den Tag schreibe. So geht es nicht vergessen und ich betrachte es gleichzeitig als genauso wichtig wie Putzen, Einkaufen oder einen Anruf erledigen. Vielleicht machst du dir auch einen Reminder auf deinem Handy oder ein Post-it an den Spiegel.

Loslegen

Bei vielen Dingen ist es doch so: Man muss einfach mal beginnen. Vielleicht ganz klein. Ohne Anspruch an Perfektion. Der Spruch hinten auf einem meiner Handlettering Bücher passt da sehr gut, egal was man in Angriff nehmen will!

Ich wünsche dir für dein Hobby, dein Projekt ganz viel Freude und hoffe, ich konnte dich mit meinen Zeilen motivieren, es einfach zu TUN. Schreib mir doch, falls du jetzt Lust bekommen hast, mit etwas Neuem zu beginnen, ich würde mich freuen!

Und wie schon gesagt: Dies sind persönliche Tipps! Vielleicht bist du ein ganz anderer Typ und gehst sowas anders an. Das ist toll! Was sind deine Erfahrungen? Hast du mir oder anderen einen tollen Tipp?

 

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