Wünsche zu haben, ist etwas Wunderbares. Wünsche erfüllt zu bekommen, etwas Freudiges. Wünsche zu erfüllen, etwas Berührendes.

Kinder haben immer Wünsche, jeden Tag. Grosse Wünsche und ganz kleine Wünsche. Manchmal ständig neue, manchmal über lange Zeit die Selben. Sie wünschen sich ein Spielzeug oder wollen wiedermal in den Zoo. Sie wünschen sich eine Katze oder wollen ein Glacé. Als Mami ist man ständig mit diesen Wünschen konfrontiert.

Einige erfüllt man, einige verspricht man, später zu erfüllen, einige muss man ganz ausschlagen. Es ist klar: Die Kinder müssen lernen, dass nicht alle Wünsche in Erfüllung gehen oder nicht gleich sofort oder nicht so, wie sie es sich gerade vorstellen. Dabei ist es etwas so Schönes, die strahlenden Kinderaugen zu sehen, denen gerade ein Wunsch erfüllt wurde. Das macht es für mich als Mami nicht gerade leichter, einen bestimmten Kurs zu fahren. Eher ist es ein ständiges Abwägen, ob man diesem Wunsch nachgeben soll oder nicht.

Doch heute geht es mir nicht um den erzieherischen Aspekt des Wünscheerfüllens. Vielmehr will ich euch teilhaben lassen, in welchen Momenten ich mich in letzter Zeit entschieden habe, Wünsche in Erfüllung gehen zu lassen. Oder es mindestens versucht zu haben.

Ronaldo

Mein Sohn sammelt Panini Bilder. Anfänglich fand ich, er sei mit seinen fünf Jahren noch zu jung dazu. Doch mein Mann war dafür, immerhin ist nur alle viel Jahre WM. Voller Begeisterung hat er seine ersten Bilder ins Album geklebt und ich war erstaunt, wie schnell er verstand, wo er was hin kleben muss. Ohne meine Hilfe. Die ersten Bilder gab es gratis in der Migros, einige hat er im Kindergarten geschenkt bekommen. Wir haben auch ein paar Päckli gekauft und die rationiert abgegeben. Die Grosseltern haben von der Sache Wind bekommen und ebenfalls einige Päckli beigesteuert. Da wir eher spät dran waren, gab es von verschiedenen Seiten ganze Stapel mit doppelten Bildern geschenkt. Fleissig wurde geklebt und mit Gspändli das Album angeschaut. Gross war die Freude, als in einem Päckli der Grosseltern Lionel Messi drin war.

Ich kenne einige Mütter, die das Tauschen der Bilder für ihre Kinder übernommen haben. Vor allem wenn die Kinder, wie mein Sohn, fast noch zu klein dafür sind. Ich entschied, er soll das selber machen, so weit wie er halt kommt. Als er das erste Mal einen Stapel Doppelte in den Kindergarten nahm, hat er alle verschenkt. Somit war klar, es wird schwierig werden. Aber ich liess in machen. Mit der Zeit wurde er traurig, sein grosser Wunsch, auch noch Ronaldo in seiner Sammlung zu haben, erfüllte sich einfach nicht. Ich kannte niemanden, der mit ihm tauschen konnte und ich wollte gar nicht mit diesen Online-Tauschbörsen beginnen, denn mein Ziel ist es nicht, das Buch voll zu bekommen. Nach einigem Ringen mit mir selbst, habe ich Ronaldo dann auf Ricardo gekauft. Wenn das Buch schon nicht voll wird, so sollte er doch wenigstens diesen Spieler haben.

Meinem Sohn habe ich davon nichts gesagt, ich wollte ihn überraschen! Als das Couvert eintraf, habe ich es ihm feierlich übergeben und gesagt: Für dich. Er hatte keine Ahnung, was darin sein könnte und hat es freudig geöffnet. Doch wie gross war erst die Begeisterung, als er Ronaldo entdeckte! Er wollte natürlich wissen, woher der nun kam. Ich habe es ihm erklärt. Nun erzählt er allen: Eine Frau hat ihn mir geschickt. Aber auch wenn sie jetzt die Lorbeeren kassiert, ich freue mich im Stillen einfach darüber, dass sich sein Wunsch erfüllt hat.

Das Badetuch

Meine Tochter hat in der Badi gesehen, dass alle ihr Badetuch haben, auf dem sie liegen oder sitzen. Sie hatte bis jetzt immer ein Tuch mit Kapuze, doch damit ging das einfach nicht so gut. Also wollte ich ihr ein Badetuch kaufen, habe jedoch kein passendes gefunden. Sie mag, oh Wunder, Einhörner (sie nennt sie ‘Eishönli’). Und da gab es die Aktion bei Coop mit den Emoji Klebern und ein Einhornbadetuch, welches man damit erhalten konnte. Das wäre genau das Richtige gewesen. Ich hab es ihr sogar gezeigt und es gefiel ihr sehr. Doch als ich mit unserer fast vollen Karte zu Coop ging, gab es keine mehr. Alles ausverkauft! Also bin ich zum nächsten Coop gerannt, wollte ich ihr diesen Wunsch doch erfüllen. Doch wieder kein Glück. Und beim nächsten Coop die gleiche Geschichte. Sogar Grosi habe ich gebeten, in ihrem Dorf doch in den Coop zu gehen und nachzusehen. Weil sie genau so gerne Wünsche erfüllt, hat sie das sofort getan. Leider wieder nichts. So viel Aufwand! Ist es das wert? Aber eben, was tut man nicht alles für seine Kinder.

Einige Tage später hat eine Freundin auf FB gepostet, sie habe noch Stickers! Ich dachte toll, so wird meine Karte zwar noch voll, doch das nützt mir nichts, wenn es keine Badetücher mehr gibt! Doch prompt schrieb jemand im Kommentar, man könne bei Coop direkt noch bestellen. Meine Freundin hat mir das entsprechende Formular geschickt. Nun heisst es warten und hoffe, das sich auch der Wunsch meiner Tochter erfüllt!

Hörnli mit Hackfleisch

Das Lieblingsessen meines Sohnes! Er könnte das jeden Tag essen und davon isst er dann auch Mengen. Was mich natürlich freut, da er fast aus dem Leim fällt. Natürlich gibt es nicht jeden Tag Hörnli mit Hackfleisch, doch fast wöchentlich kommt dieses Menu bei uns auf den Tisch. Ich esse manchmal gar nicht mit, weil es mir etwas zum Hals raus hängt. Aber die dankbaren Augen, wenn er vom Kindergarten nach Hause kommt und sieht was es gibt, motivieren mich doch immer wieder, dieses Menu für ihn zu kochen.

Glacé mit Pistole

Zum Schluss noch so was ganz Kleines, ich weiss ja nicht, ob das andere Mamis auch machen: Es gibt dieses Wasserglacé, es heisst Pirullo, bei dem ist unten der Stil eine Wasserpistole. Mein Sohn liebt es, aber nicht wegen dem Glacé. Als er vor kurzem eines bekam, mochte er kaum die Hälfte essen. Also habe ich es kurzerhand aufgegessen, damit er seine Pistole haben konnte. Dabei mag ich Wasserglacé nicht besonders. Er war happy mit der Pistole, dafür hat es sich gelohnt. Doch vermutlich werde ich ihm in Zukunft kein Pirullo mehr kaufen, schade um das Glacé und die Pistole ist auch nach 5 Minuten kaputt.

Wünsche, die man nicht anfassen kann

Wünsche zu erfüllen hat was. Die der eigenen Kinder ganz besonders! Man kann damit Wertschätzung und Liebe ausdrücken. Umso mehr ist der Grat zwischen verwöhnen und gelegentlichem Wünscheerfüllen sehr schmal. Vor allem wenn sie materieller Natur sind. Doch so viel öfters wünschen sie sich was ganz anderes. Mir beim Kochen zuschauen und helfen zu dürfen, damit sie in meiner Nähe sein können. Mit mir ein Spiel zu spielen. Mit mir etwas zu basteln. Mir etwas zu zeigen, was sie gerade gelernt haben. Mit mir ein Buch anzusehen. Mir etwas im Paniniheft zu zeigen und über Ronaldo zu diskutieren- ist er jetzt besser als Lionel Messie? Die kleinen Wünsche, die täglichen Bedürfnisse nach Nähe und Aufmerksamkeit zu erfüllen, berührt mich am allermeisten.

 

 

 

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