Mein Sohn liebt es, die Weltkarte zu studieren. Er will wissen, wo welches Land liegt und interessiert sich auch für die Hauptstädte. So wollte er vor Kurzem wissen, welches die Hauptstadt der Schweiz ist und ob das Zürich sei, weil dies doch die grösste Stadt in unserem Land ist. Als ich ihm sagte, das sei Bern, hat er gefragt, ob wir da mal hinkönnen. Ja, warum eigentlich nicht mal einen Ausflug nach Bern machen? Und schwups, landete dies ganz oben auf unserer Ferienausflugsliste.

Ich konnte eine Freundin für die Idee gewinnen, auch wenn sie etwas skeptisch war, ob das wirklich was für die Kinder ist. Wir haben ein Datum fixiert und die Tickets (etwas günstiger) im Voraus gekauft. Diese Woche war es dann so weit. Die erwartete Tageshöchsttemperatur betrug 32 Grad und eigentlich wäre Badi das passendere Ausflugsziel gewesen. Aber wir hatten die Tickets und waren motiviert, unseren Kindern die Hauptstadt von unserem schönen Land zu zeigen.

Wir haben uns in Zürich getroffen und uns im Zug nach Bern ein Plätzli im Abteil mit Spielplatz gesichert. Zwar war dieser für die grösseren Kinder nicht mehr so spannend, aber zwischendurch eine Runde klettern fanden auch sie ganz nett. Die Fahrt verging wie im Flug und schon waren wir am Ziel.

Als erstes wollten wir das Bundeshaus sehen und die Parkanlage ‚kleine Schanze‘ besuchen. Kaum da angekommen, entdeckten die Kinder einen Rasensprenger und barfuss sprangen sie durch das erfrischende Nass. Etwas weiter gab es einen grossen Stein, worauf sich Helvetia räkelte. Eine wunderbare Gelegenheit zum Klettern. Die Kinder erfanden ihre eigene Geschichte zu dieser ‚Göttin‘, welche sie besiegenmussten und das natürlich auch taten. Dazwischen wanderten sie durch den seichten Teich und wären sicher noch ewig geblieben, hätten wir Mamis nicht zum Weitergehen gedrängt.

Aber schon kurze Zeit später gab es einen neuen Platz zum Entdecken, den Pavillon. Mit seinen Bänken lädt der Platz zu einer gemütlichen Plauderstunde ein.

Nachdem der Park ausgiebig erkundet war (das Bundeshaus selbst interessierte die Kindern eher wenig), ging es in die Stadt fürs Mittagessen. Kurz war es ganz ruhig am Tisch, alle hatten Hunger.

Gestärkt ging es dann zur Bushaltestelle beim Bahnhof und von da zum Bärenpark, wo wir den Bärengraben besuchten. Die Kinder hatten Freude an den Tieren, wir Erwachsenen genossen die wunderschöne Aussicht auf die Aare und die Stadt. Wäre es nicht so heiss gewesen, wären wir gerne ein Stück an der Aare entlanggelaufen.

So ging es mit dem Bus zurück in die Stadt, an herzigen Läden vorbei.  Meine Freundin und ich wären da gerne etwas flaniert, doch mit vier Kindern Shoppen zu gehen ist keine gute Idee. Wir haben es uns für ein anderes Mal vorgenommen, in der Hoffnung bald mal wieder einen Ausflug ohne Kinder machen zu können.

Unser letztes Ziel war das Wasserspiel auf dem Bundesplatz. Wir hatten Badehosen für die Kinder dabei und sie genossen es sehr, durch die Fontänen zu springen, auf die Löcher zu stehen und zu sehen was passiert. Nach diesem letzten Highlight ging es bereits zurück zum Bahnhof.

Müde aber überglücklich über diesen eindrücklichen und gelungenen Tag fuhren wir nach Hause. Wir sind uns einig: Auch mit Kindern kann man wunderbar eine Stadt besichtigen. Mit etwas Vorbereitung wird so ein Ausflug zu einem unvergesslichen Erlebnis.

So gelingt der Ausflug in eine Stadt

  • Essen: Kinder haben bekanntlich immer Hunger, auf einem Ausflug sowieso. Weil man nie genau weiss, wo man was bekommt, ist man besser vorbereitet und hat kleine Snacks dabei. Auch für die Zugfahrt.
  • Trinken: Genug trinken ist ganz wichtig! Besonders an heissen Tagen eine Trinkflasche für jeden dabei haben und früh genug nach Möglichkeiten zum Auffüllen Ausschau halten.
  • Unterhaltung für die Zugfahrt: Ein Buch oder ein Spiel einpacken, falls Langeweile entsteht.
  • Sich informieren: Was will man vor Ort sehen? Was ist für Kinder geeignet? Was braucht es dazu? (Gutes Schuhwerk, Badehose,…) Was macht man bei starkem Regen oder bei Hitze?
  • Nicht übertreiben: Irgendwann sind vor allem kleinere Kinder einfach nur noch müde. Lieber nicht zu viel Programm in den Tag quetschen, evtl. eine Ruhepause in einem stillen Park einplanen.

 

2 Comments

  1. Finde ich toll, das Du mit Deinem Sohn auch unsere Hauptstadt besuchst. Viele meinen ja immer Man kann keine Schlechtwetter Ausflüge in der Schweiz machen, dabei stimmt das nicht. Man muß nur suchen. Dann ist sicherlich für jeden etwas dabei

    • sali remo, ist ja auch eine echt tolle stadt! und ja, ich finde auch, in der schweiz gibt es so viel zu sehen. ich möchte ja auch, dass meine kinder ihr land eigenes land kennen. lg darja

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