Die erste Woche nach Schulbeginn ist schon wieder um und trotzt guter Planung hatte ich so meine Mühe, wieder im Alltag anzukommen. Neben dem Nötigsten wie Znünibox richten, ein paar E-Mails beantworten und endlich den Servicetechniker für unseren vereisten Kühlschrank zu bestellen, war nicht viel drin. Irgendwie hing ich mit einem Fuss noch in den Sommerferien.

Kein Wunder, dass Wetter war ja noch mal herrlich bis fast übertrieben heiss. Ich kam einige Male ganz schön ins Schwitzen. Darum ging es auch nochmal in die Badi. Doch beim Packen der Baditasche  überkam mich diesmal das Gefühl, dass es für diesen Sommer das letzte Mal ist und ich noch diese Woche die Tasche definitiv ausräumen und wegräumen kann. Anders als sonst, war ich bei dem Gedanken nicht traurig sondern irgendwie erleichtert. Ein bisschen habe ich die Badis gesehen, genug Sonne getankt für den Rest des Jahres und manchmal richtig Sehnsucht nach Regen. Darja will keine Sonne mehr, gibt’s so was?

Die Kataloge mit Herbstmode landen jetzt im Briefkasten und auch die Läden wieder warme Pullover im Angebot. Darauf habe ich nun so richtig Lust und mir sogar schon einen erstanden. Einen, denn beim Kleiderschrank updaten haben ich gesehen, dass ich noch jede Menge davon habe. Ja und dann kam er endlich, der von mir herbeigesehnte Temperatursturz samt Regen. Zwar ist es noch immer zu warm für dicke Pullis, aber man spürt, so weit weg ist der Herbst nicht mehr. Ich habe schon ein paar gefallende Blätter herumwirbeln sehen. Auch eine Schar Vögel, die sich bereit für den Flug Richtung Süden versammelt hat, konnte ich diese Woche beobachten. Die Natur ist bereit für ein neues Kapitel.

Ich liebe es, dass wir in einem Land mit wechselnden Jahreszeiten leben. Früher wollte ich immer nur Sommer, Hitze, Hotpants und so oft ins kühle Nass wie nur irgend möglich. Ich fand den Sommer lässt einem so richtig aufleben. Heute ist das anders. Heute liebe ich es auch, wenn sich die Blätter verfärben, es Zeit wird, das man Garten winterfest machen und man sich wieder zurückziehen kann. Ist der Sommer so ganz zum Leben da, ist der Herbst die Zeit, Sachen zu ordnen, kreativ und produktiv zu werden. Im Sommer kommt man oft weniger dazu,  Dinge anzupacken, man ist damit beschäftigt, das schöne Wetter zu geniessen, in der Natur zu sein, Licht und Wärme zu tanken, die Energiespeicher für die kühleren Jahreszeiten aufzufüllen. Jede Jahreszeit hat somit ihre positiven Seiten und jede Jahreszeit kommt und geht. Dieser Zyklus fasziniert mich und mich darauf einzulassen hat bewirkt, dass ich nicht nur den Sommer mit Freude umarme.

Oh ich liebe den Sommer noch immer und im kalten Winter werde ich ihn mir sicher öfters mal herbeiwünschen. Doch gerade jetzt freue ich mich einfach auf den Herbst und hoffe, dann auch wieder ganz im Alltag anzukommen, die guten Pläne umzusetzen zu können, die Schlecht-Wetterbox in Betrieb zu nehmen und mich auf anderes zu fokussieren. Ich finde, auch Entscheidungen fallen einem leichter, wenn die Blätter fallen. Man kann Altes loslassen, ohne gleich nach etwas Neuem greifen zu müssen. Ankommen.

Vielleicht kommt der Sommer ja nochmal zurück oder wir erleben einen herrlichen Altweibersommer. Nehme ich natürlich auch mit Handkuss. Wie gesagt, alle Jahreszeiten haben ihre schöne Seite und ich will mich auf jede einlassen, wie sie kommt.

Bist du wieder gut in den Alltag gestartet? Bist du noch ganz im Sommer-Modus oder freust auch du dich auf den Herbst? Wenn ja, worauf freust du dich besonders?

 

 

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