Jetzt hat sie doch gerade eben vom Herbst geschrieben und jetzt kommt sie mit Schmetterlingen? Ein bisschen ambivalent die gute Frau? Ja, definitiv, denn wir befinden uns ja gerade in einer Übergangsphase von einer Jahreszeit zur nächsten. Der Sommer ist noch präsent, kommt zwischendurch sogar nochmal zurück. Darum erlaube ich mir einen kurzen Rückblick in den Sommer, auf ein Sommertier, welches uns dieser Jahr ganz besonders ans Herz gewachsen ist.

Dieser Sommer stand bei uns ganz im Zeichen der Schmetterlinge. Mein Grosser hatte das Thema Schmetterlinge im Kindergarten und unglaublich viel darüber gelernt. Ich war schwer beeindruckt, wie er dann auch draussen in der Natur die Schmetterlinge benennen konnte. Ich kannte kaum die Hälfte! Einmal habe ich ihm ein Bild von einem grauen Schmetterling gezeigt. Er warf nur einen kurzen Blick darauf und meinte: Das ist ein Bläuling! Aber Bläulinge sind doch blau, nicht? Weisst du, Mami, das ist eben ein Bläuling-Weibchen, die sind so. Habe es zur Sicherheit gegoogelt, er hatte tatsächlich recht. Ja echt jetzt, die lernen also wirklich noch was in der Schule, wir können beruhigt sein.

Ende Sommer hat ihm Grossmami eine Raupe geschenkt, eine Rüebliraupe. Das gibt einen Schwalbenschwanz, meinte er ernst. Immerhin das habe ich gewusst. Ihr auch, oder? Nun hatten wir also eine gefrässige Raupe im Haus. Ich musste täglich meine noch nicht ganz ausgewachsenen Rüebli ernten, um sie mit Grünfutter zu versorgen. Wir konnten richtiggehend zusehen wie sie wuchs. Schon nach wenigen Tagen hat sie sich verpuppt. Ein wunderschöner Kokon entstand. Aber was nun? Wann wird sie ein Schmetterling? Können Schmetterlinge überwintern? Oder überwintern sie im Kokon? Ich musste mich einmal mehr online schlau machen und weiss nun, dass unser Exemplar aus der Sommergeneration ist, also ein Kind von den anfangs Sommer entpuppten Schwalbenschwanz Schmetterlingen. Diese Generation überwintert in ihrem Kokon und schlüpft erst nächsten Frühling. Ich war natürlich mässig begeistert, immerhin muss man sich auch im Puppen-Stadium um das Tier kümmern, es eventuell befeuchten und wenn es draussen ist (was wichtig ist, denn die Raupe muss den Frost spüren, sonst hat man zu Weihnachten einen Schwalbenschwanz in der Stube), geht es womöglich vergessen. Aber keine Angst, ich habe mir eine Erinnerung in den Kalender eingetragen, wir werden sicher wöchentlich nach dem Tier sehen. Schön geschützt steht das Glas im Baumhaus. Wir sind schon sehr gespannt auf den Frühling und hoffen fest, dass wir den Schmetterling fliegen lassen können.

Ich muss aber zugeben, das Ganze ist unglaublich faszinierend. Am einen Tag ist es eine weiche, biegsame Raupe, am nächsten eine feste Puppe. Nun beginnt im Verborgenen die Metamorphose. Aber nicht nur Raupen erleben eine grosse Verwandlung, auch wir sind immer wieder in solchen Veränderungsprozessen. Eine liebe Freundin hat mich vor kurzem darauf hingewiesen und mich gefragt, in welchem Stadium dieser Metamorphose ich gerade stecke. Diese Frage ging mir noch lange nach. Einige Gedanken dazu möchte ich nächste Woche mit euch teilen.

Wer gerne noch etwas mehr über Rüebliraupen und Schwalbenschwänze liest, findet hier ein paar spannende Infos.

 

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