„Mami, bekommen alle Menschen in unserem Land ein Geschenk zu Weihnachten?“ Diese Frage beschäftigte meinen Sohn diese Woche beim Einschlafen. Er hatte Tränen in den Augen, als er mir die Frage stellte und war sichtlich aufgewühlt. In erster Linie war zwar besorgt, dass ER vielleicht kein Geschenk bekommen könnte. Doch es war die Grundlage für ein gutes Gespräch darüber, dass eben nicht alle Menschen ein Weihnachtsgeschenk bekommen. Auch in unserem Land nicht. Er wusste nicht, dass ich kurz davor geplant hatte, genau für solche Menschen Pakete zu packen.

Weihnachten ohne Geschenke?

Geschenke gehören für die meisten Kinder zum Bild von Weihnachten wie der Tannenbaum, die Kerzen oder das Singen. Doch nicht für jedes Kind in der Schweiz wird dieses romantische Bild auch Realität. Sie wissen, dass es bei anderen so ist, doch selbst müssen sie damit rechnen, keinen Baum mit Lichtern und keine Geschenke zu bekommen. Ob sie wohl auch in ihren Betten liegen und weinen? Ich würde es verstehen.

Beim Suchen im Internet bin ich auf die Organisation Petite Suisse gestossen, die ganzjährlich Kinder aus ärmeren Verhältnissen unterstützen. Unter anderem kann man eine Patenschaft für ein solches Kind übernehmen. Im Herbst sammeln sie zudem Pakete für diese Kinder, welche mit Spielsachen, Süssigkeiten und Kleidern gefüllt an diversen Sammelstellen abgegeben werden können.

Päckli machen

Nachdem ich für 5 Päckli eingekauft und in einem Schuhgeschäft Schuhkartons erhalten habe, gings ans verzieren der Schachteln. Hier sollten die Kinder mithelfen um so ihren Teil für die Geschenke beizutragen. Mein Sohn war mit grosser Begeisterung dabei. Das Gespräch trug Früchte, es war ihm sehr wichtig, dass diese Kinder doch ein Weihnachtsgeschenk bekommen.

Danach haben wir die Schachteln gefüllt, auch da hat mit viel Elan die Sachen verteilt. Ständig wollte er wissen, was für ein Kind (man kann das Geschlecht und das Alter angeben, damit die Geschenke auch passen) die Sachen bekommt. Danach haben wir noch Weihnachtskarten gebastelt und diese in die Schachteln gelegt. Zu guter Letzt haben wir die Päckli zu Möbel Merki in Volketswil gebracht, eine von diversen Sammelstellen. Es war ein feierlicher Moment für die Kinder.

Mitmachen

Es gibt verschiedene Organisationen, welche solche Aktionen durchführen. Doch für die Aktion von weihnachtspaekli.ch waren wir etwas spät. Diese Päckli werden nämlich in sieben Ländern verteilt und müssen da erst hingebracht werden. Die Aktion ‚2x Weihnachten‚ findet erst nach Weihnachten statt, auch eine ganz tolle Sache.

Bei Petite Suisse kann man noch bis Ende November Päckli für arme Kinder in der Schweiz abgeben. Jedes Päckli zählt und löst ganz bestimmt viel Freude aus! Zudem ist es eine tolle Gelegenheit, mit Kindern etwas für andere zu tun und auch das Thema Armut aufzugreifen.

Wer die Päckli bekommt, was in die Päckli gepackt werden kann (und was nicht) und wo sie abgegeben werden können erfahrt ihr auf www.petitesuisse.ch

Selbstverständlich gibt es noch viele weitere Möglichkeiten, in der Vorweihnachtszeit Gutes zu tun. Zum Beispiel einer einsamen Nachbarin ein Säckli Weihnachtsguetzli bringen, eine Münze in einen Sammeltopf werfen oder auch einfach die Menschen auf der Strasse anlächeln statt nur eilig seinen Sachen nachzugehen. Sicher habt ihr noch ganz viele Ideen. Beim Umsetzen wünsche ich euch ganz viel Freude!

Herzlichst, eure Darja

 

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