Als ich im Januar das letzte bestellte bütsche Produkt genäht habe und die Nähmaschine still stand, verspürte ich eine echte Erleichterung. Nach dem ich bekannt gegeben habe, dass ich den Shop schliesse, hat es über Wochen Bestellungen gehagelt und ich kam kaum nach. Es war ein gutes Gefühl, mich ohne schlechtes Gewissen mal anderen Projekten zu widmen, Zeit für meine Kinder zu haben und wieder mehr zu schlafen.

Ausgefüllte Tage

Eigentlich hatte ich erwartet, dass es in diesem Jahr so richtig ruhig zu und her geht. So hat es mich dann schon erstaunt, wie sehr meine Tage, trotz der eigentlich neu gewonnen Zeit, ausgefüllt waren. Es gab auch ohne bütsche ständig etwas zu tun. Die Kinder haben gemerkt, dass ich mehr verfügbar bin und so auch mehr Aufmerksamkeit gefordert. Zu Recht, wie ich finde, war doch genau das mit ein Grund, diese Pause einzulegen. Aber auch meine Projekte im Haus und dieser Blog haben dazu beigetragen, dass die Zeit nur so verflog.

Immer in Bewegung

Wer mich kennt, weiss, still sitzen ist nicht so mein Ding. Ich bin gerne in Bewegung, habe gerne etwas zu tun, ganz besonders meine Hände brauchen Beschäftigung. Solange ich mit Einrichten, Werkeln, Dekorieren, Rezept-Box schreiben oder dem Garten beschäftig war, fehlte mir die Nähmaschine nicht so sehr. Da und dort lief sie, weil ich eine Idee hatte oder wir etwas brauchten. Doch Ende des Sommers wurde ich unruhig. Ich habe mich gefühlt wie ein Schmetterling im Kokon, irgendwie wollte ich raus, aber es war noch nicht die Zeit. So habe ich in meinem Kämmerli wieder vermehrt genäht. Da sind unter anderem ein paar Gesundheitshefthüllen entstanden, die nun auch wieder gekauft werden können. Ich konnte mir eingestehen: Ich habe das Nähen wirklich vermisst!

Mami mit Herzensprojekt

Wie sehr habe ich mir gewünscht, in meinem Mamisein voll und ganz aufzugehen. Ich bewundere Mamis, die das können. Mamis, die von ganzem Herzen daheim sind und sich um ihre Kinder kümmern. In diesem Jahr habe ich sehr viel gelesen: Ratgeber- Bücher, Artikel und Blogbeiträge, viele von Mamis geschrieben und ich bin zu dem Schluss gekommen, dass jedes Mami (oder eigentlich jeder Mensch) ein Herzensprojekt braucht. Etwas, worin sie aufgeht. Etwas, woraus sie Kraft zieht. Für einige mag das ein Job sein, für andere eine Sportart. Für einige ist es ein kreatives Hobby, für andere das Gärtnern. Für einige ist es sich ehrenamtlich zu betätigen und für wieder andere sogar das Mamisein selbst. Ich gehöre nicht zu den letzteren. Ich brauche einfach etwas, was ich zusätzlich tun kann. Ich brauche etwas, wobei ein Resultat oder ein Produkt herausschaut. Etwas, das ich in den Händen halten kann. Etwas, worauf ich stolz sein kann. Etwas, wofür ich vielleicht auch Bestätigung erhalte.  Es liegt auf der Hand: Mein Herzensprojekt über viele Jahre war bütsche! Es war so gut, dies im Lauf dieses Jahres herauszufinden.

Ich will arbeiten

Für mich war somit klar: Ich will wieder arbeiten! Ich bin gerne Mami, ich bin gerne mit meinen Kindern zusammen, aber ich brauche in regelmässigen Abständen einen Break! Etwas Abstand, um wieder bei mir selbst anzukommen. In diesem Jahr habe ich auch mit der Idee gespielt, auswärts einer Tätigkeit nachzugehen. Einmal war ich auch unterrichten, doch das ist aktuell keine Option für mich. Zudem bin ich mehrheitlich gern daheim. Ich finde es schön, meinen Sohn nach dem Kindergarten daheim empfangen zu können, zusammen mit den Kindern Zvieri zu essen oder auch die Freiheit zu haben, es an einem grauen Morgen daheim gemütlich zu nehmen.

Daheim zu arbeiten und sich die Arbeit selbst einteilen zu können hat gerade mit Kindern viele Vorteile (definitiv auch Nachteile, aber darum geht es hier heute nicht). Mit bütsche hatte ich diese Freiheit und habe das mehrheitlich sehr geschätzt. Aus all diesen Gedankengängen ergab sich für mich ein klares Bild für die Zukunft: Ich möchte wieder einen Online Shop mit Blachen Produkte führen.

Byebye bütsche

bütsche habe ich vor 15 Jahren gegründet, damals war ich junge 19 Jahre alt. Jung, bunt und irgendwie naiv gingen mein Bruder und ich das Projekt an. Nie im Traum hätte ich damals gedacht, dass ich dies so lange durchziehen werde. In dieser Zeit ist viel geschehen. Ich selbst bin nicht mehr der Teenager von damals. bütsche hatte aber immer noch etwas ‚teeniehaftes‘ für mich, auch wenn sich die Produkte selbst längst davon weg entwickelt haben. Darum schliesse ich das Kapitel bütsche nun ganz, um ein Neues zu beginnen. Um diesen Wandel auch nach aussen sichtbar zu machen, werde ich unter einem neuen Namen auftreten und eine komplett neue Homepage erstellen.

Gut Ding will Weile haben

Da alle Produktfotos noch mit dem bütsche-Label versehen sind, muss ich für die neue Homepage neue Produkte nähen! Man beachte, über wie viele Jahre all die Fotos auf der bütsche Homepage entstanden sind. Das, zusammen mit dem Erstellen der neuen Homepage, wird sehr viel Zeit brauchen. Diese Zeit werde ich mir nehmen, wie ich mir auch weiterhin Zeit für die Kinder, Zeit für Sport und Zeit für mein neues Hobby (Handlettering) nehmen möchte. Ich hoffe, ich habe diese Dinge gut genug in meinem Leben ‚installiert‘, dass ich sie auch dann halten kann, wenn ich wieder arbeite.

Wer gerne auf dem Laufenden bleibt, wie es mit meinem Herzensprojekt weitergeht, kann sich auf www.buetsche.ch für den Newsletter eintragen.

Ihr hört von mir!

Eure Darja

PS: Hier noch der offizielle Newsletter, in dem ich meine Kundinnen und Kunden informiert habe. Es gibt da auch die Möglichkeit, noch das eine oder andere bütsche Produkt zu ergattern! 😉

 

 

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