Über meinen Lieblingsmaler, Sonnenaufgänge und peinliche TV-Formate.

Schnell war er um, der Monat Juni. Un kaum habe ich über meine Liebe zum heissen Klima geschrieben, wurde es mir doch fast etwas zu heiss. Ich habe es mir aber auch diesmal nicht nehmen lassen, die fünf Fragen am Fünften von luziapimpinella.com zu beantworten. Eines wurde mir dabei (einmal mehr) so richtig bewusst: Ich bin ein Gewohnheitstier. Du auch?

1. Bestellst du im Restaurant immer das Gleiche?

Wie gerne würde ich jetzt schreiben, dass ich immer gerne Neues ausprobiere, doch dem ist leider nicht so. Nicht, dass ich in jedem Restaurant Spaghetti bestelle, doch ich habe in meinen Lieblingslokalen jeweils mein Menu-Favorit, und auch wenn ich brav jedes Mal die Karte studiere und mit etwas Neuem liebäugle, so ist es dann doch fast immer so, dass ich wieder zum Bewährten zurückgreife.

Beim Chinesen ist dies meistens das Sweet&Sour mit Poulet, im Back und Brau die Quarkteigtasche mit Rindshackfleisch, in der Pizzeria die Pizza mit scharfer Salami und immer wieder gerne ein Rindstartar, wenn sowas auf der Karte steht. Sieht jetzt aus, als ob ich ein echter Fleischtiger wäre und das als ehemaliger Vegetarier! Definitiv esse ich auswärts gerne Fleisch.

Oder Fisch, dies bevorzugt in Form von Sushi. Und das hatte ich bis vor wenigen Jahren überhaupt nicht gerne. Bis ich immer mal wieder probiert habe. Also doch was Neues gewagt habe. Da bin ich fast etwas stolz drauf. Man kann also auch im ‘hohen’ Alter noch was gerne bekommen. Das gibt mir Hoffnung für meine Kids, die echt heikel sind und echt immer das Gleiche essen wollen, besonders im Restaurant Mama.

2. Genierst du dich dafür, dass du bestimmte TV-Formate schaust?

 Nö, ganz und gar nicht! Den obwohl ich recht oft vor dem Fernseher sitze, bestimmt meistens mein Mann das Programm, da ich eh kaum richtig mitschaue. Wenn ich mitschaue, dann bei einem Film oder einer echt guten Serie. Mein Mann zappt manchmal auch in Bachelor oder Bachelorette rein, was ich dann natürlich auch mitbekomme, so am Rande, gerade so, dass ich mich nicht schäme. Oder nicht mehr. Als vor über 6 Jahren die erste Schweizer Staffel ausgesendet wurde, habe ich ganz bewusst geschaut, mich darauf gefreut und mich auch etwas geschämt dafür. Ich weiss so genau wie lange das her ist, weil sie kurz nach der Geburt unseres Sohnes gestartet hat. Die Abende waren der Horror, mein Sohn hing ständig an der Brust oder schrie, da war es einfach gut, eine so banale Ablenkung zu haben. Jaja, ich weiss, man sollte nicht vor dem TV stillen, aber ehrlich, damals brauchte ich das einfach. Weshalb ich mich jetzt, Jahre später auch nicht mehr dafür schäme.

3. Wann hast du zuletzt deine Frisur geändert?

So mehr oder weniger trage ich meine Haare schon lange lang und dunkel. Mal mit Strähnchen, mal mit Farbverlauf. Vor etwas mehr als einem Jahr habe ich Fransen geschnitten (nur um sie mir jetzt wieder mühsam rauswachsen zu lassen). Aber so richtig was abgeschnitten habe ich nach der Geburt von meiner Tochter, ziemlich genau vor drei Jahren. Morgens keine Zeit für eine anständige Frisur, habe ich von Mitte Rücken auf schulterlang gekürzt, den zusammenbinden muss für mich immer möglich sein.

Grössere Veränderungen gingen bei mir immer Hand in Hand mit einer Veränderung im Leben. Egal ob es ein neuer Schnitt oder eine neue Haarfarbe war. Zur Zeit hätte ich ganz grosse Lust auf etwas neues, aber es ist ein bisschen wie im Restaurant: Ich schaue mir alles an und zum Schluss gefällt mir dann doch wieder langes dunkles Haar am besten. Nun, wer mir irgendwo folgt bekommt sicher mit, falls ich DOCH was ändern sollte.

4. Wann hast du zum letzten Mal einen Sonnenaufgang beobachtet?

Da musste ich echt etwas nachdenken, denn auch wenn ich oft früh auf bin, so sehe ich selten bewusst dem Sonnenaufgang zu, eigentlich schade. Vor etwas mehr als einem Jahr waren wir in Florida in den Ferien, da habe ich sehr oft den Sonnenaufgang gesehen, da konnte ich in unserem Ferienhaus so schön draussen sitzen und dem Tag beim Erwachen zuzusehen. Zum Schluss unserer Reise waren wir noch einige Tage in Miami, da habe ich ebenfalls den Sonnenaufgang beobachtet, da ist auch obiges Foto entstanden. Ich muss sagen, in den Ferien habe ich auch die Muse dazu. Daheim bin ich morgens zwar früh auf den Beinen, dann aber schnell mit etwas beschäftigt, dass mir der Sonnenaufgang einfach durch die Lappen geht.

5. Welches Kunstwerk hat dich stark beeindruckt?

Hier ist die Antwort wieder einfach: Die Seerosen von Monet. Die finde ich einfach wunderschön und es beeindruckt mich immer wieder, wie so ein einfaches, stilles Motiv einen dazu bewegen kann, es so lange zu betrachten. Vielleicht ist das so, weil er als Impressionist nicht einfach Seerosen gemalt hat, wie auf einem Foto, sondern so, wie er sie wahrnahm, sie empfand. Oft in Farben, die da gar nicht sein dürften, die aber da sind, vielleicht nur als kurzer Eindruck, so dass unser Auge sie zwar sehen kann, unser Gehirn sie aber sofort wieder ausblendet. Ja, ein Monet würde ich mir ins Wohnzimmer hängen und immer und immer wieder betrachten, mich darin verlieren. Und weil mich nicht nur seine Seerosen, sondern auch das gesamte Werk des Malers beeindruckt, Ende ich hier mit einem Zitat von ihm:

„Ich will das Unerreichbare. Andere Künstler malen eine Brücke, ein Haus, ein Boot und das wars. Ich dagegen will die Luft malen, die die Brücke, das Haus, das Boot umgibt, die Schönheit der Luft, die diese Objekte umgibt und das ist nichts Unmögliches.“

2 Comments

  1. Oh… an die Seerosen habe ich gar nicht mehr gedacht. Ja, die sind einfach schön! Und haben mich auch dazu gebracht eine ganze Weile davor zu stehen.
    Wieso darf man nicht vor dem Fernseher stillen? Wenn meine Monster gerade hunger hatten und ich einen Film gesehen habe, habe ich das auch gemacht. Die waren weder von der Nahrungsaufnahme abgelenkt noch ich von der Hergabe…
    Lieben Gruß
    Andrea

    • gute Frage, warum soll man beim Stillen nicht TV schauen? Ich kann nicht mehr sagen, ob ich das gelesen oder von jemandem als Rat mitbekommen habe. Es geht vorallem darum, dass das Stillen ja auch etwas ist, was bindet und man die innige Zeit geniessen soll. So in diese Richtung. Ich weiss nur noch, dass ich immer ganz ein schlechtes Gewissen hatte. Heute sehe ich das auch nicht mehr so, bei Kind zwei hatte ich keine Bedenken mehr. War bei mir ja auch höchstens abends, sonst haben wir ganz viel in Ruhe gestillt. Oder mit Handy in der Hand, was ja etwa in die gleiche Richtung geht. Wir haben trotzdem eine innige Bindung! 😉 viele Grüsse, darja

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